Warum nicht Frankreich oder USA?

Alles begann damit, dass ich 2016 mit meiner Familie auf einer Familienauszeit im südlichen Pazifik, in Neuseeland war. Wir haben drei Monate im sonnigen Nelson, eine Kleinstadt im Norden der Südinsel, verbracht. Meine Schwester und ich sind in eine typisch neuseeländische Schule gegangen. Meine Schule damals war das Nelson College for Girls, also eine reine Mädchenschule. Ich wollte gern einmal etwas anderes kennenlernen. Nach ein paar Wochen hatte ich mich in meiner Schule total gut eingelebt und das Schulsystem lieben gelernt. Ich wurde wieder richtig kreativ und konnte meinen Vorlieben und Interessen nachgehen.  In neuseeländischen Schulen liegt der Schwerpunkt darin, die Stärken und Interessen noch mehr auszubauen und auch sich selbstständig das Wissen anzueignen. Was mir auch super gut gefallen hat war, dass man z. B. mathematische und eher sachliche Aufgaben an praktischen Beispielen und vor allem in der Natur erklärt bekommen hat.

Seit diesen drei Monaten voller Erlebnisse und neuer Erfahrungen war mir klar, dass ich auf jeden Fall noch einmal ein Auslandsjahr machen wollte. Mir war bis dahin aber nicht bewusst, dass ich mein Abitur am anderen Ende der Welt machen würde.

Nach meinem Aufenthalt in Neuseeland waren meine Mutti und ich oft auf Messen in Sachsen und Thüringen unterwegs, um Study Nelson, die Organisation, die uns auf unserer Familienauszeit begleitet hat, zu repräsentieren. Dort hatte ich genügend Zeit, um mich bei anderen Ständen und Organisationen umzuschauen und nach verschiedenen Möglichkeiten zu fragen. Dabei entstand meine erste Idee nach Quebec (französischer Teil Kanadas) zu gehen, da ich unbedingt Französisch lernen aber dennoch mein Englisch verbessern wollte. Außerdem fand ich Kanada unheimlich interessant. Die Idee ist aber relativ schnell wieder verblasst, da es nicht sehr vorteilhaft ist, zwei Sprachen auf einmal zu lernen. Man kann sich so nicht richtig in eine Sprache hineindenken und dadurch nicht sehr effektiv lernen.

Danach kam die Idee, dass ich nach Frankreich gehen könnte. Während meiner Recherche fand ich heraus, dass man auch französisch in La Réunion, einer wunderschönen Insel in der Nähe von Madagaskar, lernen kann. Fast zum Schluss hatte ich noch die Idee, nach Hawaii, den 50. Bundesstaat der USA, zu gehen. Aber bei den meisten Organisationen stellte sich raus, dass man seinen Ort nicht wählen kann. Da die USA groß sind, hätte es sein können, dass ich nach Hawaii komme oder aber auch irgendwo nach Alaska. Das war mir dann doch zu riskant. Schließlich hatte ich meine eigenen Vorstellungen, was ich gern machen möchte und wohin ich wollte. Außerdem meinten die meisten Organisationen, dass die Schule nicht so wichtig oder interessant sei und es auf die außerschulischen Aktivitäten ankäme. Jedoch wollte ich für meinen Teil etwas dazulernen und mir mehr Wissen aneignen. Schließlich gibt man auch das meiste Geld für die Schule aus.

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